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Auf zum Picknick am Solfelsen
Auch heute wollen wir uns wieder auf die Suche nach Geschichten und Geschichte machen - an diesem sonnigen Frühlingsmorgen ist es ein sogenannter "Wollsack", der uns in seinen Bann zieht. Das ist ein geologischer Fachbegriff für eine typische Granitgesteins-Verwitterung seit der letzten Eiszeit, wie sie im Schwarzwald vorkommt; das macht uns sehr neugierig und wir sind gespannt, was uns erwartet.

Umgangssprachlich als Pelzkappenstein bekannt, ist der Solfelsen unterhalb von Jungholz/Rickenbach sowohl ein Zeugnis ungeheurer, über Jahrtausende hinweg einwirkende Naturkräfte als auch sozialer und gesellschaftlicher Kräfte, wie sie seit dem 19. Jahrhundert unsere Welt geprägt und bestimmt haben - und damit auch die Welt hier oben.

Nach dem 1870/71 er Krieg mit Frankreich sollten aus militärischen Gründen Bahnstrecken geplant und gebaut werden, die einen raschen Material- und Gruppentransport innerhalb der neuen Staatsgrenzen des jungen Deutschen Reiches ermöglichen sollten. In den hiesigen Breiten war es der Bau der Wehratalbahn, die diesen Machtbestrebungen Rechenschaft tragen sollte. Und dafür wurden Unmengen an Bahnschotter gebraucht - das Grundmaterial dazu lieferten unter anderem Steinbrüche auf dem Hotzenwald. Auch das felsige Gebiet unterhalb von Jungholz mit seinen vielen großen Felsbrocken wäre dafür in Frage gekommen, doch es sollte anders kommen.

Paul Andreas Streicher entdeckte im ausgehenden 19. Jahrhundert bei Naturerkundungen in diesem felsigen, abgründigen Waldgebiet den riesigen Solfelsen und setzte sich für dessen Erhalt ein. Wer immer auf seinem Wanderweg bei diesem Gesteinsriesen ankommt kann erahnen, was in Streicher vorgegangen sein mag beim ersten Anblick dieses Naturphänomens - Respekt und Ergriffenheit aber auch maßloses Erstaunen; liegt doch der tonnenschwere Koloss nur auf drei Kontaktpunkten auf und scheint doch fest verankert zu sein zum Trotz gegen Unwetter oder Erdbeben.

Streicher erwarb ihn 1895 und bewahrte ihn damit vor der Zerstörung für den Bahnbau. Vier Jahre später, 1899, erfolgte die Übertragung des 44 ar großen Waldgrundstückes mit dem Solfelsen an die Ortsgruppe Bad Säckingen, die noch heute Eigentümerin ist. 1950 schließlich erfolgte seine Registrierung als Naturdenkmal.

Die Verhinderung eines Steinbruchs für den Ausbau moderner Zeiten, moderner Industrie und moderner, industrialisierter Militärtechnologien hat ein Naturdenkmal bewahrt, das vielleicht schon für ältere Kulturen als unsere hier oben auf dem Wald von großer Bedeutung gewesen sein könnte. Wir sind ergriffen und staunen - lassen unseren Blick hinab ins Rheintal schweifen bis hinüber ins Schweizer Jura. An diesem herrlichen späten Vormittag sehen wir so weit, dass die fernen Berge mit dem Himmel zu verschmelzen scheinen und erahnen einen Hauch von Unendlichkeit...

Und während die Kinder ihre Spiele über und unter dem riesigen Fels-Brocken lachend weiterspinnen, während sie nicht genug davon bekommen können, sich in den Felsspalten zu verstecken und herumzuklettern, finden wir Ruhe und beginnen unsere Rast bei dem gepflegten Picknickplatz unterhalb des Solfelsens.

Wandertipps:

Ab dem Wanderparkplatz Solfelsen außerhalb von Bergalingen haben wir verschiedene verlockende Möglichkeiten, das 5,40 Meter hohe und etwa 230 Tonnen schwere Naturdenkmal Solfelsen per pedes zu erreichen.

Der Wanderparkplatz Solfelsen befindet sich zwischen Rickenbach-Bergalingen und Wehr an der L 155. Von Bergalingen kommend liegt der Wanderparkplatz ca. 600m hinter der Ortsausfahrt Bergalingen auf der linken Seite.

Geo-Koordinaten: 47.607224°N, 7.948034°E

Für Ungeduldige sind es von hier aus etwa fünfzehn Gehminuten auf dem ausgeschilderten Weg durch ein wildromantisches Waldgebiet direkt dorthin; doch wer weitere Sehenswürdigkeiten sucht, dem sei der Rundweg auf dem Pirschweg, entlang der Historischen Wallmauer und vorbei am Segelsportflugplatz in Hütten ans Herz gelegt.

Eine ausführliche Tourenbeschreibung finden Sie im Internet unter: www.ferienwelt-suedschwarzwald.de