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Ein Besuch beim Hans mit de Giige
Zu einem romantischen Picknick am Fuße des trutzigen Bergfrieds der Burgruine Wieladingen lädt die satte grüße Wiese ein, die erschöpfte Wanderer dort empfängt. Eigentlich ein idealer Ort, um am frühern Morgen einen stimmungsvoll-nostalgischen Sonnenaufgang zu erleben und der einzigartigen Stimmung der historischen Mauern inmitten der Natur nachzuspüren. Für unsere Kinder aber ist dieser Ort ein Traumplatz zum Eintauchen in märchenhafte Abenteuer als mutige Ritter und holde Burgfräuleins.

An einem Frühsommermorgen machen wir uns auf den Weg; mit im Rucksack haben wir frische Wecken, heimischen Ziegenkäse und Wurst und erfrischende Getränke. Ideal für eine Rast bei der Burg, die erstmals im Jahr 1260 als Besitz der Herren von Wieladingen urkundlich erwähnt worden ist. Doch vor unserem Vesper noch ein Blick vom Bergfried auf ein fast unwirklich nahes Alpenpanorama und hinweg über die tiefe Schlucht, die sich unterhalb der Burg auftut - wir erahnen, wie sich ein Leben hier angefühlt haben mag. Fast haben wir das Gefühl, als umfange uns ein Hauch längst vergangener Zeiten. Und da wären wir wohl nicht die ersten, denn um die Burg ranken sich so manche Geschichten.

Eine der wohl schillerndsten und listigsten Sagengestalten hier in den "sagenhaften Dörfern" ist der Ritter "Hans mit de Giige". Er soll einer der letzten der Herren von Wieladingen gewesen sein, der im frühen 14. Jahrhundert als Raubritter sein Unwesen getrieben hat. Man erzählt sich, dass er sich als Spielmann verkleidet habe, um vorbeikommende Kaufleute mit seinem Geigenspiel zu unterhalten. Seine schöne Tochter tanzte zur Musik und lenkte so die Kaufleute ab, denn die Knechte des Ritters Hans fielen derweil über die voll beladenen Karren der müden Geschäftsleute her, stahlen so viel sie tragen konnten und verbargen ihr Diebesgut in den Verliesen der Burg.

Aus Sagen und erfundenen Geschichten geboren, hat es unsere quickfidele Sagengestalt geschafft als Raubritter Hans von Wieladingen in den Rang einer historischen Figur zu schlüpfen - ein Mundartstück von Gerhard Jung, uraufgeführt 1994 im Rahmen des Willaringer Burgfestes, hat dazu wohl ein übriges getan. Historisch belegt ist ein Ritter Hans von Wieladingen nicht, wohl aber das Wappen der Wieladinger Herren, das eine Fidel zeigt. Belegt ist auch, dass aus finanziellen Gründen die Burg Wieladingen im Jahre 1373 aufgegeben worden ist - übrig geblieben sind die Fidel im Wappen und die Erinnerungen, die in den vielen Geschichten und Erzählungen lebendig geblieben sind.

Wandertipp:

Eine Wanderung in die Vergangenheit - von heute immer weiter zurück bis ins hohe Mittelalter können Sie erleben mit der Rundwanderung vom Wanderparkplatz Wickartsmühle aus über den Murgtalpfad zur Burguine Wieladingen. Der wildromantische Murgtalpfad wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer mit Kutschen befahrbaren Verbindung zum Rheintal und der Bau war mit erheblichen Mühen verbunden. Die vier Tunnel wurden damals von Hand und mit purer Muskelkraft aus dem harten Granitgestein gehauen.
Bitte folgen Sie ab dem Wanderparkplatz Wickartsmühle den Wanderschildern in Richtung Burgruine (Geodaten 47.58770° N 7.99824°E)

Weitere Informationen und Details finden Sie hier